Hochsensibilität! 
                            Was bedeutet das für mein Kind
                            und uns als Familie?

Hochsensitive Kinder und auch Erwachsene verarbeiten eine Vielzahl mehr an  Informationen aus ihrer Umwelt. Auch sehr kleine und für andere nicht als wichtig eingestuft Informationen werden verarbeitet. Sie hören und riechen nicht nur oftmals kleine Dinge, sondern haben meist auch ein intensive Gefühlsleben. Somit spüren manche bereits beim betreten eines Raumes, ob es anderen Menschen gut oder schlecht geht und ob ihnen Abneigung oder Offenheit entgegen gebracht wird. Hochsensible Menschen (er)leben somit eigene und fremde Gefühle meist stärker.
Durch das Aufnehmen von fremden Gefühlen sind diese oftmals nicht von den eigenen zu unterscheiden.

Diese vielen Eindrücke und Gefühle führen oft zu einem Handeln, welches von ihrer Umwelt nicht richtig verstanden wird. Sie wirken schüchtern oder ziehen sich zurück, wirken verträumt oder auch „arrogant“ in den Augen von Außenstehenden. Durch die Verarbeitung von der Vielzahl an Eindrücken und das ständige Hinterfragen von Situationen, wirken hochsensible Menschen oft sehr langsam in ihren Reaktionen. Bestimmte Momente werden unter Umständen ständig wieder nachempfunden und kontrolliert oder auch "übersetzt", sodass eine direkte Reaktion nicht möglich ist.

Unter hochsensitiven Menschen findet man auch immer wieder High Sensation Seeker (HSS). Diese Menschen suchen fortwährend nach interessanten und neuen Herausforderungen sowie nach intensiven Gefühlen und Erfahrungen. Dieses kann auch mit einer hohen Risikobereitschaft verbunden sein. In manchen Fällen, um sich besser selber zu spüren.
Hierbei kann manchmal der Eindruck eines AD(H)S entstehen. Nur eine Testung durch einen Arzt oder Psychologen kann ein wirkliches ADS oder ADHS ausschließen.

Mehrheitlich geht man von einer Hochsensibilität bei ca. 15-20% aller Menschen aus. Nicht selten in Verbindung mit einer hohen Begabung.

 

Anmerkung:

Wenn ein hochbegabter Mensch, automatisch mehr Informationen um sich herum aufnehmen kann um sie zu speichern, für ein späteres abrufen und dieser hochbegabte Mensch auch noch eine erhöhte Sensibilität hat und somit eine Vielzahl von zusätzlichen Informationen um sich herum erhält, ist er dann nicht "gezwungen" diese irgendwann auszublenden?
Wenn dieser Mensch aber noch nicht "gelernt" hat welche Informationen wichtig sind und welche nicht, blendet er dann nicht (wenigstens für eine Zeit) einfach alle Informationen aus und wirkt somit als Träumer oder als "aufmerksamkeitsgestört"? Ist dieser Mensch nicht gezwungen Informationen auszublenden und nicht aufzunehmen, um nicht „überzulaufen“?
Was also, wenn man diese drei Bereiche in manchen Fällen gar nicht trennen kann? Müsste man dann nicht ganz anders in den einzelnen Bereichen vorgehen? Und ist es dann nicht am wichtigsten für diese Menschen zu lernen mit ihren „Begabungen“ umzugehen?

Nur wer die Chance erhält seine Fähigkeiten zu erkennen, lernt sie
zu nutzen und diese nicht als „Handicap“ zu sehen, kann seine Begabung wirklich als Gabe annehmen und etwas Wichtiges daraus entwickeln. Hierfür braucht jeder Mensch den Raum sich entfalten zu können und durch kleine Hilfestellungen seinen Weg zu finden.
Wir sollten ihnen helfen diese zu nutzen und damit „umzugehen“, um daraus etwas kostbares wachsen zu lassen. Hierzu benötigen diese Menschen ein harmonisches Umfeld voller Akzeptanz, um ihre Kreativität für ungewöhnliche Wege sammeln zu können und diese zu leben.

Diese Gabe braucht Kraft, Wohlwollen, Geduld, Verständnis und viel Energie von allen Beteiligten. Was wir aber dafür eventuell erhalten ist ein Leben voller kreativem Denken und manchmal ein mutiges beschreiten neuer Wege oder das Entdecken ungewöhnlicher Lösungen.

Birgit Ketzenberg

 


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